Am 20. Januar 2026 gelang den Tiroler Alpinisten Martin Sieberer und Lukas Waldner die erste Winterbegehung der Route „Schutzengelweg“ in der Nordwand der Sagwandspitze (Tirol). Gleichzeitig markiert die Begehung die erste bekannte Wiederholung seit 34 Jahren. Seit Anfang der 1990er-Jahre war diese anspruchsvolle Linie nicht mehr begangen worden.
Extrem anspruchsvolle Route mit alpinem Ernst
Der Schutzengelweg wurde im Juli 1982 von Andreas Orgler und Reinhard Schiestl erstbegangen. In älterer alpiner Fachliteratur wird die Route als äußerst ernst beschrieben: schwierige Absicherung, instabile Felsqualität sowie mehrere extrem brüchige Passagen prägen den Charakter der Tour. Zusätzlich haben Felsstürze einzelne Seillängen im Laufe der Jahre stark verändert.
800 Meter durch die Nordwand bei winterlichen Bedingungen
Der Einstieg erfolgte direkt vom Tal aus. Nach 17 Stunden Kletterzeit erreichten Sieberer und Waldner um 19:00 Uhr den Gipfel der Sagwandspitze. Die rund 800 Meter lange Route, im Sommer mit VI+ bewertet, stellte sich im Winter als hochkomplexe Unternehmung heraus. Die Schwierigkeiten lagen im Mixedbereich bei M7+.
Besonders die kombinierten Fels- und Mixedpassagen erforderten konstante Konzentration, effiziente Seilführung und sicheres Bewegen im steilen, winterlichen Gelände.
Große Erfahrung in der Sagwandspitze-Nordwand
Bereits wenige Wochen zuvor waren Sieberer und Waldner gemeinsam mit Benjamin Zörer in der Nordwand der Sagwandspitze unterwegs. Dabei gelang ihnen die Begehung der „Sagzahn Verschneidung“, einer von David Lama erstbegangenen Route, die bis dahin lediglich eine Wiederholung aufwies.
Mit dem Schutzengelweg verzeichnet Lukas Waldner seine zehnte Begehung in der Sagwandspitze-Nordwand innerhalb von zwei Jahren. Martin Sieberer gelang im Vorjahr unter anderem die zweite Winterbegehung des „Schiefen Risses“. Beide Alpinisten zählen damit zu den profiliertesten Kennern dieser Wand.
Routendaten – Schutzengelweg
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Gebiet: Sagwandspitze Nordwand, Tirol, Österreich
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Route: Schutzengelweg
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Erstbegehung: Juli 1982
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Erstbegeher: Andreas Orgler, Reinhard Schiestl
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Länge: ca. 800 m
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Schwierigkeit: VI+, M7+
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Besonderheit: Erste Winterbegehung und erste bekannte Wiederholung seit 34 Jahren













