Sonntag, Juni 23, 2024
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Louis Gundolf klettert altes David Lama Projekt

Eines der letzten Projekte, die Ausnahme-Kletterer David Lama hinterlassen hat, befindet sich auf 2.400 Meter Seehöhe in der Laserz Südwand in Lienz, Osttirol. Er hat die Route zwischen 2013 bis 2014 mit einigen Partnern und viel Solo eröffnet und ist bis auf die Schlüssellänge alle Pitches frei geklettert. Der Pitch wurde damals von Lama mit 8c+ bewertet. Salewa Athlet und Profi-Kletterer Louis Gundolf gelang gut 10 Jahre danach, dieses Projekt zu vollenden und alle Pitches frei zu klettern.

Louis Gundolf gelingt “Projekt Lama” 8c+

„Die Route bin ich zusammen mit meinem Papa und Bergführer Alfred Dworak am 14. August 2023 erfolgreich gegangen. Wobei ich beim Projektieren oft auch Solo unterwegs war, sprich mit dem umgebauten Grigri – Partner zu finden, die den ganzen Tag „nur“ zum Sichern mitgehen, war schwierig“, so Louis Gundolf zu seiner Erstdurchsteigung. 

Das Projekt Lama: sehr schlecht abgesichert, das Gelände durchgehend überhängend. Auf ca. 250 Meter Wandhöhe mit jeweils 8 Seillängen finden sich in der Route gerade mal vier Bohrhaken (2x in 8c+ / 2x in 8b+). Großteils mit Klemmkeilen, Friends und geschlagenen Haken abgesichert, stammen diese teilweise noch von David Lama selbst. Im ähnlichen Stil befindet sich 100 Meter links vom Projekt Lama die Route „Safety Discussion“, welche für ihre Ausgesetztheit bekannt und als mentale Herausforderung berüchtigt ist. An deren Zustieg und Felsen ist Gundolf gewöhnt, als eine von drei Personen weltweit hat er sie bereits 2021 mit Jonathan Lechner im zweiten Versuch komplettiert. Die Erstbesteigung fand 2012 durch David Lama statt. 

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Projekt Lama setzt der 22-Jährige aus dem Tiroler Pitztal den nächsten Meilenstein in seiner Karriere. Jede freie Minute hat Louis Gundolf dafür genutzt: „Ich habe die Route letztes Jahr im Frühjahr zum ersten Mal probiert und bin immer, wenn kein Teamtraining oder Wettkämpfe waren, mit meinem alten Golf dort hingefahren, um die Route zu klettern. Letztes Jahr im Herbst war zum ersten Mal der Punkt erreicht, an dem ich gemerkt habe, ich bin mental fit genug und kann im Alpinen ebenso frei und risikofreudig klettern wie beim Sportklettern. Körperlich war ich aber noch nicht bereit. Den Winter habe ich daher genutzt, um so viel wie möglich für meine Wettkämpfe zu trainieren, aber im Hinterkopf hatte ich immer das Projekt Lama.“

Die Schwierigkeit der Route ist es, alle Längen frei zu klettern. Das war auch für Gundolf ein Schlüsselpunkt: „Ich habe es in der Wand einfach nie ganz geschafft, mich von der Route davor zu erholen. Dazu kamen sehr angsteinflößende Stürze, da die Zwischensicherungen teilweise sehr weit auseinanderliegen. Mein weitester Sturz war 30 Meter. Darum bin ich nur mit guten Kollegen und Sicherern gegangen, die wissen, was sie machen und denen ich vertraue. Danke an dieser Stelle auch nochmal an alle KIOTen in Osttirol für den ganzen Support und die herzliche Aufnahme in eure kleine Gemeinschaft!“

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